Rechtliche Aspekte

Rechtliche Aspekte

Wir leben in Deutschland und deswegen gibt es natürlich einige zu beachten. Wenn du Unternehmer bist, gibt es ebenfalls einige Dinge zu beachten. Was ein Unternehmer ist wird in § 2 I Satz 2 UStG geregelt. Danach ist Unternehmer, wer eine gewerbliche oder berufliche Tätigkeit selbstständig ausübt. Gem. § 2 Abs. 1 Satz 3 UStG ist gewerblich oder beruflich jede nachhaltige Tätigkeit zur Erzielung von Einnahmen, auch wenn die Absicht, Gewinn zu erzielen fehlt oder eine Personenvereinigung nur gegenüber ihren Mitgliedern tätig wird. Das heißt die Absicht mit den Nischenseiten Geld zu verdienen ist erstmal nicht wichtig.

Gewerbe anmelden in der Regel Pflicht

Aber du musst vermutlich ein Gewerbe bei deiner Gemeinde anmelden, was ca. 25-40 Euro kostet, wenn du gewerblich tätig bist. Ob du gewerblich tätig bist, ergibt sich aus § 15 I EStG. Danach ist gewerblich tätig, wer eine selbstständige, nachhaltige Betätigung, die mit Gewinnerzielungsabsicht unternommen wird und sich als am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr beteiligt. In der Regel wird ausgehend von dem Kriterium „Selbstständig“ auf eine gewerbliche Tätigkeit abgezielt. Selbstständig ist, wer die Tätigkeit auf eigene Rechnung und auf eigene Verantwortung ausübt, also alles machen kann und das volle Risiko für seine Tätigkeit trägt. Nicht alle Punkte müssen erfüllt sein.

Hast du eine Nischenseite mit der du einen Cent verdienen willst und das über längere Zeit, besteht die Nachhaltigkeit und natürlich die Gewinnerzielungsabsicht. Da du mit deiner Nischenseite auch öffentlich auftrittst, weil ja jeder Nutzer auf der Welt deine Seite  ansehen kann, nimmst du am allgemeinen Wirtschaftsverkehr teil.

Merk dir eins: geh zur Gemeinde, melde ein Gewerbe ein. Dafür brauchst du nur deinen Personalausweis. Als Unternehmenszweck hat sich „Internetdienstleistungen“ oder „Internet Marketing“ ganz gut bewährt. Manche Gewerbeämter fragen aber nochmal genau nach. Erzähl Ihnen was du vorhast, was Sie in der Regel nicht verstehen und Sie werden zufrieden sein. Wenn du es einfach haben willst: Formular ausfüllen, Geld überweisen, Kopie von Personalausweis und Zahlungsbeleg an das Gewerbeamt deiner Gemeinde schicken. Ich bin faul und hab es so gemacht.

Tipp! Da du am Anfang nicht weißt, wie es laufen wird, kannst du 2 Monate rückwirkend eine Gewerbeanmeldung abgeben. Das heißt, baue erstmal alles auf und melde dein Gewerbe dann an. Damit hast du etwas Zeit und kannst die Zahlung etwas hinausschieben.

Dein Arbeitgeber

Es kann sein, das du dein Gewerbe vorher bei deinem Arbeitgeber absegnen lassen musst. Oft geht das gut, muss es aber nicht. Wenn du schon selbstständig warst, ist das hier kein Thema. Ich würde dennoch ein neues Gewerbe gründen, damit du hier klar trennen kannst. Solltest du insolvent sein und du hattest eine Firma, kann dir eventuell die Erlaubnis ein Gewerbe zu führen verboten worden sein. Auch dein Insolvenzverwalter hat dann einiges mitzureden. Ich rate dir, dich mit einem Anwalt zu verständigen, wo man zum Beispiel auch die Gründung einer UG (haftungsbeschränkt) erörtern könnte, bei der du angestellt bist.

Einkommensteuern

Die Einnahmen werden in der Einkommensteuererklärung in der Anlage EÜR oder Anlage S angegeben. Eine kleine Buchhaltung solltest du ebenfalls einrichten. Hier reicht am Anfang eine einfache Einnahmen-Überschuss-Rechnung, wenn du weniger als 600.000 EUR Umsatz oder 60.000 EUR Gewinn erzielst.

Du bekommst nach der Anmeldung deines Gewerbes dann auch Post vom Finanzamt. Dort erhältst du den „Fragebogen zur steuerlichen Erfassung“. Lass dich hier auf jeden Fall beraten. Die IHK meldet sich auch bei dir, denn du bist ihr neues Mitglied geworden. Gratulation.

Umsatzsteuer

Hinsichtlich der Umsatzsteuer empfehle ich eigentlich immer nicht von der Kleinunternehmer-Regelung Gebrauch zu machen, wenn du Nischenseiten betreibst. Hiernach kann dich von der Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldungen befreien lassen, wenn dein Umsatz im Vorjahr weniger als 17.500 EUR betragen hat und im laufenden Geschäftsjahr nicht mehr als 50.000 EUR betragen wird. Lass es, wenn du Nischenseiten betreibst. Mach es, wenn du im ersten Jahr als Webdesigner auftrittst. Weil du dann keine Vorsteuer ziehen kannst, auch wenn du auf deinen Rechnungen keine Umsatzsteuer ausweisen musst und damit 19% mehr einnehmen kannst.

In der Regel überwiegen aber die Nachteile.

Deine Wettbewerber – die meisten halten sich nicht an Regeln

Ungefähr 95% aller Nischenseitenbetreiber halten sich nicht an die Regeln und geben gar nichts an. Das sind in der Regel Hobbybetreiber. Diese kannst du natürlich abmahnen, wenn du willst. Bist du Anwalt sicher ein gutes Geschäftsmodell. Aber wenn du keiner bist, wirst du nur die Taschen des Anwalts voll machen und dir  machst du sicher einen Namen in der Branche. Man wird dich sehr genau beobachten und jeden Fehler wird man dir heimzahlen. Da wäre ich also sehr vorsichtig. Wunder dich aber nicht, wenn du mal auf Seiten solcher Betreiber stößt. In der Regel schlägst du Sie durch deine professionellen Auftritte, besseren Inhalten und optimiertes SEO.

Geschäftskonto

Wenn du bereits ein privates Girokonto hast, fragst du dich auch sicher, ob man jetzt extra ein gewerbliches Konto benötigt. Also meiner Erfahrung nach wird niemand was bei 2,3 Buchungen im geschäftlichen Bereich sagen. Hast du mehr als 10 Buchungen kann es je nach Bank Stress geben. Gerade Sparkassen achten da sehr drauf. Es gibt aber zum Glück kostenlose Geschäftskonto, die man einfach eröffnen kann und die absolut ausreichen. Ich empfehle dir ebenso eine kostenlose Prepaid Kreditkarte ohne Schufa Auskunft um deine Ausgaben zu steuern und ein paypal Konto. Dieses kannst du erstmal als Privatkonto führen. Ich selbst nutze das Konto der Fidor Bank und die Postbank Kreditkarte, neben dem paypal Konto.

Kostenlose Geschäftskonten:

  • Fidor Bank
  • N26
  • Netbank
  • Holvi

Kostenlose Kreditkarten

  • Postbank Prepaid Kreditkarte
  • Barcley Karte

Paypal Account

  • paypal

 

 Rechnungsvorlage Amazon

Du erhältst für deine Werbung bzw. für die Vermittlung von Käufen eine Provision. Bei amazon heißt das Werbekostenerstattung. Stell dir vor, du verkaufst eine Leistung oder Produkt an jemanden. Der bezahlt erst, wenn er eine Rechnung erhält.

Du musst also eine Rechnung stellen. In der Regel schreibst du die auch, aber du verschickst sie nicht wirklich. Sie dient lediglich als Beleg für den Zahlungseingang auf deinem Konto. SO kannst du dem Finanzamt nachweisen, warum amazon dir etwas gezahlt hat. Und in der Buchhaltung gilt sowieso: „Keine Buchung, ohne Beleg!“ Gerade für amazon sollte man also eine kleine und einfache Rechnungsvorlage haben. In dem Zusammenhang muss ich dich formhalber auch auf die  Aufbewahrungspflichten und die Anforderungen an die Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff GOBD hinweisen.

Eine Word-Vorlage für die Rechnung kannst du dir hier runterladen: Vorlage Rechnung an Amazon

*Selbstverständlich leisten wir keine Rechtsberatung. Aber diese allgemeinen Tipps helfen dir bestimmt auf die richtige Spur zu kommen. Für Details müssen wir dich auf deinen Steuerberater oder Anwalt verweisen.

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