Nische bewerten

Kriterien für eine gute Nische

 

Nachdem du deine Ideen gesammelt hast, ist es nun an der Zeit diese auch intensiv zu analysieren. Denn gerade das ist der entscheidende Schritt, der über Erfolg und Misserfolg entscheiden. So war es auch bei mir. Ich habe damals meine Ideen notiert und praktisch nicht analysiert und es ging total daneben, weil ich bei meiner ersten Nischenseite einen viel zu großen Markt ins Visier genommen. Das soll dir nicht passieren, wenn du dir folgende Punkte genau ansiehst.

Gute Nischenseite
Suchvolumen Idee Geld Wettbewerb
Relevanz Tiefe der Nische Google Adsense SEO
Entwicklung Potenzial Werbung
Konkurrenz Partnerprogramme
Skalierbar
Kooperationen

 

Suchvolumen

Ist ein ausreichend großes Suchvolumen vorhanden? Was ist ausreichend? Ausreichend ist das Suchvolumen, wenn es genug Nachfrage für deine Nische gibt. Du wirst da draußen eine Menge Ansichten von Leuten finden, die sehr unterschiedlich sind. Die einen sagen ab 5000 Suchanfragen lohnt sich eine Nische, wiederum andere sagen erst ab 10.000. Das kann man also pauschal nicht sagen.

Es gibt Suchbegriffe, die haben mehr als 100.000 Suchanfragen, aber der Wettbewerb ist zu stark für eine Nischenseite. Daher ist es wichtig, das die Nische nicht zu klein gewählt wird und der Wettbewerb möglichst gering ist.

 

Hier zu zwei Dinge. Die ersten drei organischen Ergebnisse bei Google erhalten zusammen weiter mehr 50% der Klicks, wobei die erste Position meist zwischen 20-und 30% der Klicks erhält. Die gesamten 10 organischen Ergebnisse erhalte zusammen etwa 70% aller Klicks. Die folgende Tabelle zeigt dir an einem Beispiel, wie wichtig es ist unter die Top 3 Ergebnisse zu kommen.

 

Google Klicks Beispiel SV=880
Platz 1 24,66% 217
Platz 2 13,30% 117
Platz 3 8,18% 72
Platz 4 5,91% 52
Platz 5 4,43% 39
Platz 6 3,41% 30
Platz 7 2,73% 24
Platz 8 2,16% 19
Platz 9 1,82% 16
Platz 10 1,59% 14

 

 

Es lohnt sich fast nicht, sich mit den Plätzen 4-10 abzugeben. Denn du musst neben der Klickrate, die Click-Through Rate und Conversion Rate beachten. Die Click-Through Rate (CTR) beschreibt die Anzahl derjenigen Besucher, die auf einen Empfehlungslink klicken und weitergeleitet werden. Die Conversion Rate (CR) bezeichnet diejenigen Besucher, die dann die entsprechenden Produkte kaufen, so dass du eine Provision erhältst. Beide Werte – die Click-Through Rate und Conversion Rate – werden als Prozentwerte berechnet.

Beispiel: 1000 Besucher kommen auf deine Seite, davon schickst du 100 Besucher (CTR) von deiner Nischenseite zu Amazon oder einem anderen Partnershop und 5 von den Besuchern kaufen etwas. Deine Conversion Rate liegt dann bei 5%.

Tipp: Das Partnerprogramm von dann Amazon hat eine überdurchschnittlich hohe Conversion im Vergleich zu anderen Shops.

 

Im oben genannten Beispiel hat beträgt das Suchvolumen 880. Die Klickrate beträgt bei Platz eins 217 oder 24,66%. Die CTR liegt jetzt zum Beispiel bei einem neuen Projekt von mir bei 27%. Nehmen wir hier auch 27% an, rechnen wir 0,27*217= 58. Also klicken 58 Nutzer auf den Empfehlungslink. Die CR mag hier zum Beispiel 4,5% entsprechen, dann ergibt das nach Adam Riese (0,045*58) 3 Nutzer, die das Produkt kaufen. Die ganze Arbeit für 3 Menschen, die das Produkt kaufen?

Ja, das kann sein. Und sowas kann sich nur lohnen, wenn du sehr teure Produkte empfiehlst, also richtig teuer, wie eine Rolex, bei deren Verkauf du 10 Prozent Provision erhältst. Aber in der Regel werden es günstigere Produkte und Dienstleistungen sein.

 

Meine Empfehlung sich im Bereich ab 5000 zu orientieren. Dabei musst du darauf achten, dass die Nische natürlich relevant ist.

 

Relevanz

Es muss Geld in der Nische sein und du musst grundsätzlich in in der Lage sein, Geld damit zu verdienen. Versetz dich dafür in deine Zielgruppe. Betreibst du zum Beispiel eine Seite, die sich vor allem an Jugendliche richtet, kann es sein, dass diese je nach Produkt gar nicht die Mittel haben, diese zu kaufen. Aber die Eltern. Du richtest dich also an die falsche Zielgruppe. Ebenso bei Themen wie „süße Hunde“. Laut KWfinder (abgerufen am 27.12.17) gibt es hierfür 12.109 Suchanfragen. Nur steckt da viel Geld drin. Sucht ein Nutzer bei diesem Keyword nach Produkten für seinen geliebten Chihuahua? Eher nicht. Auch mehrdeutige Keywörter können kritisch sein, besteht doch Verwechslungsgefahr und je nach Bedeutung wie Bank-Bank, Essen-Essen, Barren-Barren, Mine-Mine uvm. sorgen für eine Verwässerung der Zielgruppe und viele Besucher, die deine Seite wieder verlassen werden. Also: vermeiden!

Im besten Fall erkennt man bereits im Keyword selbst eine Kaufabsicht (intentionale Keywörter. Solche Keywörter haben die typischen Zusätze wie „kaufen“, „test“ oder „vergleich“.

 

Entwicklung
Google Trends habe ich bereits angesprochen. Sowohl trendige Nischen, als auch saisonale Nischen sollten gerade am Anfang vermieden werden. Erstellst du eine Nischenseite mit dem Thema Poolsauger, dann ist das für die Sommerzeit sicher eine super Chance. Allerdings wirst du im Winter kaum Besucher und Einnahmen haben.

 

Idee

Neben der Idee selbst, den Problemen und Lösungen, die man für seine Zielgruppe anbieten kann, kommt es auch darauf an, wie Tief die Nische geht. Also man stellt sich die Frage: Kann ich die Nische erweitern? Gibt es neben dem Hauptkeywort auch weitere Keywörter.  Man könnte das Keywort „Fischköder“ auch mit den jeweiligen Fischarten erweitern, wie zum Beispiel mit „Hechtköder.“ Die Erweiterbarkeit in Richtung weitere Keywörter und sogenannte Longtailkeywörter, wie zum Beispiel „Hechtköder kaufen“, sollte im besten Fall gegeben sein. Damit erweitert man nicht nur seine Quellen für Besucherströme, sondern schafft weitere Einkommenspotenziale.

 

Potenzial

Kann man mit dieser Nische Geld verdienen? Hier gibt es drei einfache Instrumente, wie du das Potenzial der Nische einschätzen kannst:

 

  1. CPC
  2. Keyword Effektivitätsindex – Was lohnt sich wirklich?
  3. Gewinnkalkulator – Errechne deinen Profit!

Zu 1) CPC

CPC heißt Cost-per-Click und bezeichnet den Preis, den ein Werbetreibender für einen Klick auf seine Werbeanzeige bezahlen muss. Ist der CPC niedrig, ist wenig Geld in der Nische, denn es scheint sich nicht zu lohnen in dem Bereich zu werben.

Denn die Höhe des CPCs wird nicht zufällig ermittelt, sondern erfolgt im Auktionsverfahren. Derjenige, der am meisten bietet, wird von einer guten Platzierung seiner Anzeige profitieren. Je nach dem, kommen andere Anbieter gar nicht zum Zug und müssen noch mehr Geld bieten.

 

Was sind gute CPCs? Meiner Erfahrung nach, alles ab 1-2 Euro pro Click. Aber auch für deine Nischenseite lohnt sich der Einsatz von Werbeflächen, auf denen du Werbung anderer Hersteller oder Anbieter zeigen kannst. Dann erhältst du einen Teil des Klickpreises, was gut und gerne 68% der Einnahmen. Was wir hierfür nutzen ist Google Adsense. Auf Google AdWords betreibt Google das Portal für die andere Seite, nämlich die Werbetreibenden.

 

 

Zu 2) Keyword Effektivitätsindex

Eine weitere etwas rechenelastige Methode seine Keywörter nach Potenzial zu bewerten ist der Keyword Effektivitätsindex. Das Ziel bei der Ermittlung ist es möglichst gute Schlüsselbegriffe zu finden und diese für seine Arbeit zu nutzen. Dafür muss man sich die Frage beantworten können, ob es sich angesichts der Vielzahl an bereits vorhandenen Ergebnissen lohnt, in den Begriff bzw. die Nische  zu einzusteigen. Dafür werden das Suchvolumen für einen Begriff und die verfügbaren Zielseiten in Relation gesetzt. Die Formel lautet:

 

KEI = (Anzahl Keyword Suchanfragen*Anzahl Keyword Suchanfragen)/Anzahl der Keyword Suchergebnisse, oder noch simpler S²/C, wobei S dem Quadrat des Suchvolumens entspricht und C für Competition steht, also den Wettbewerb mit allen anderen Seiten bezeichnet.

 

Beispiel: Wir suchen nach „Haustier Shop“ und geben den Begriff in die Suchleiste bei Google ein. Wir erhalten 19.200.000 Ergebnisse. Die Formel sieht jetzt so aus:

KEI = (Anzahl Keyword Suchanfragen*Anzahl Keyword Suchanfragen)/ 19.200.000

Um die Anzahl der Keywordsuchanfragen zu erhalten, nutze ich zum Beispiel KWfinder, oder den Google Keyword Planer: Ich logge mich bei https://adwords.google.com ein. Gehe dann auf Adwords, Tools und dann auf den Keyword Planer. Dann gehst du auf Neue Keywords finden und Daten zum Suchvolumen abrufen und klickst auf „Daten und Suchvolumen und Trends abrufen“ und siehst das Ergebnis. Man erhält: 306.

Der KEI = (306*306)/ 19.200.000 = 0,004876875 (extrem schlecht)

weitere Beispiele findest du in der folgenden Tabelle. Mit dem KEI ist es möglich eine Gruppe von Keywords formal nach ihrem Potenzial zu bewerten. Aber das reicht natürlich noch nicht. Der Wettbewerb für den Tiermarkt ist nämlich zum Beispiel extrem hoch. Daher taugt der KEI nur für die erste Orientierung und ist nur in Verbindung mit einer Gruppe von Keywörtern sinnvoll anwendbar. Was ist ein gutes Keywort: Die größte Zahl gewinnt.

Suchbegriff S Competition KEI
Haustier Shop 306 19.200.000 0,0049
Tiermarkt 22.200 3.230.000 152,5820
hundeshop 5.400 289.000 100,8997
katzenshop 396 68.200 2,2994

 

 

 

Zu 3) Gewinnkalkulator

Ausgehend von den Daten, die wir bisher kennen, können wir schon unsere potenziellen Einnahmen berechnen. Was uns noch fehlt ist lediglich der Preis des Produktes und die Provision. Diese beiden Punkte, sind abhängig vom Partnerprogramm. Für den Anfang empfehle ich dir das Amazon Partnerprogramm. Es ist sehr komfortabel zu handhaben, einfach zu nutzen und die Provisionen sind leicht verständlich.

 

Keywort Induktionsherd
SV 27.115
KEI 1.730 Ein guter Wert
Klickrate 25% 6.779
CTR 25% 1.695
CR 3% 51
Produktpreis 500 €
Provision 3%
Umsatz 25.420 €
Provision 763 €

 

Nutze für die Vorlage, die aktuellen Provisionssätze von amazon. Du trägst das Keyword ein und ermittelst mit Hilfe der bekannten Tools das Suchvolumen und den KEI. Die Klickrate für den 1. Platz bei Google liegt in der Regel bei mindestens 25%. Die CTR ebenfalls bei guten Seiten bei 25%. Die CR kann natürlich schwanken. Gut ist alles ab 3%. Du ermittelst den Produktpreis und den Provisionssatz und voila erhältst du das Ergebnis von 763 im Monat. Das ist eine ganze Stange Geld. Mit dieser einfachen Vorlage kannst du recht schnell herausfinden, wie viel Geld du damit im besten Fall erreichen kannst. Hast du 10 solcher Seiten, verdienst du mehr als 2/3 der Deutschen.

 

 

Du kannst die exakten Verkaufszahlen deiner Nischenprodukte bei amazon ermitteln. Du gehst dafür auf dein Nischenprodukt. Legst es in den Warenkorb und änderst die Menge auf 10+ und dann auf 999. Amazon korrigiert diese Menge mit der tatsächlichen Anzahl an Produkten auf Lager. Bleibt die Zahl 999 stehen, weißt du dass der Lagerbestand sehr hoch ist.

 

Am nächsten Tag zur selben Zeit, wiederholst du das Ganze. Verändert sich die Zahl weißt du wieviel von dem Produkt am Tag verkauft wurde. Machst du das einen ganzen Monat lang, hast du noch exaktere Daten.

 

 

Konkurrenz

Es reicht aber nicht nur das Potenzial einer Nische zu erkennen, man muss ihre Grenzen kennen. Die Grenzen ergeben sich aus der Konkurrenz. Daher führe ich jetzt zwei Begriffe ein, die du kennen solltest. Sie dienen dir für die Einschätzung der Wettbewerber.

  1. DA
  2. PA

 

In den Fallstudien werden dir einige Begriffe begegnen, die für die Bewertung einer Nische recht wichtig sind. Denn eine gute Nische ist eben auch eine, in der wir Fuß fassen können. Daher müssen wir bewerten können, wie schwer oder leicht es sein wird, dort unsere Nischenseite zu platzieren. Ich erkläre dir im Folgenden daher sieben Begriffe, die relevant sind:

 

 

Zu 1) Domain Authority (DA)

 

Die DomainAuthority ist ein Wert von 0 bis 100, der angibt, wie gut eine Website in Suchmaschinen ranken wird. Amazon zum Beispiel hat einen Wert von 83, die Wikipedia einen von 100. Nischenseiten bewegen sich zwischen 15 und 40. Merk dir, je höher die DA deiner Wettbewerber, desto grundsätzlich schwieriger wird es.

Zu 2) Page Authority (PA)

Die Page Authority ist ein Wert von 0 bis 100, der angibt, wie gut eine Webseite in den Suchmaschinen ranken wird. Verstehst du den Unterschied? Hier geht es also um die themenrelevanz einer Webseite, die in den Ergebnissen erscheint. Google steht ja auch noch im Wettbewerb mit anderen Suchmaschinen und will seinen Nutzern die besten und aussagekräftigsten Ergebnisse zeigen. Wie gut eine Webseite dies erfüllt, spiegelt sich in der PA wider. Die Themenrelevanz wird anhand des Alters der Domain, der Anzahl der Backlinks und vielen weiteren Faktoren. Gute Nischenseiten haben hier Werte jenseits der 30. Einen Wert bis 25 können wir leciht schlagen. Werte zwischen 30 und 35 sind noch machbar, aber die Webseite ist dann sehr gut optimiert. Ab Werten von 55 und aufwärts, wird es kaum möglich sein und sehr viel Mühe, Zeit und Geld kosten.

 

GEHEIM-Tipp: Dir wird auffallen, dass Amazon sehr oft auf den vorderen Plätzen rankt. Du kannst die Unterseite einer sehr mächtigen Hauptseite wie amazon, otto oder zalando durch gute SEO Optimierung in der Regel schlagen!

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